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Ziellandekonkurrenz 2018

ZLK 2018

And the winner is: P. Gradenecker!

pg Rekordverdächtige 30(!) teilnehmende Piloten, viele Kinder und die in der Vereinsgeschichte erste SiegerIN machten die ZLK 2018 zu einem sehr schönen Saisonabschluss … also so im Allgemeinen, für den Verfasser dieses Berichtes ist die persönliche Bilanz eher durchzogen.

Die alljährliche Ziellandekonkurrenz, unser vereinsinterner Plauschwettbewerb, scheint eine immer grössere Anhängerschaft zu haben. Seit der vorletzten Ausgabe ist sie zum Treffen des zahlreichender werdenden Nachwuchses geworden und auch die Teilnehmeranzahl von diesem Jahr stellt mit 30 Piloten und Pilotinnen zumindest im aktuellen Jahrtausend ein Rekord dar. Die weibliche Form PilotINNEN ist für einmal nicht nur der guten Ordnung zuliebe vermerkt sondern es waren wirklich 4(!) Frauen am Startplatz die nicht nur feine Desserts brachten und auf die Kinder aufpassten sondern eben auch am Wettbewerb teilnahmen.

Ungewohnter Betrieb: viel Volk am Startplatz, Mainzelmännchen die helfen und Frau am Steuer

Ehrgeizige Ziele

An der ZLK setze ich mir (und ich weiss da bin ich nicht der Einzige) in der Regel drei Ziele:

  1. Nicht Erster werden! Denn dann muss man im Folgejahr den Anlass organisieren … Doodle rauslassen, für ein Mittagessen schauen, Material vorbereiten usw…
  2. Nicht Letzter werden! So ein bisschen Stolz hat man ja doch noch, sowohl auf die eigene fliegerische Leistung als auch mit welchem Kopfschmuck man herumfliegt (die Trostpreiszipfelkappe unterbietet sogar die an sich schon bescheuerten Segelfliegerkäppi)
  3. Nicht 13. werden! Dieser Teilnehmer soll nämlich jeweils einen Bericht schreiben.

Aufgrund dessen, dass meine Frau Petra kurzentschlossen zu den erwähnten vier Teilnehmerinnen gehörte kam da noch ein viertes Ziel hinzu … aber auch das sollte machbar sein zumal sie ja seit vier Jahren nicht mehr aktiv fliegt und nur dank einem furchtlosen Fluglehrer überhaupt in die Luft konnte und der ihr bestimmt nicht hilft ausser es ginge um seine eigene Sicherheit.

Wie üblich konnte man das Ganze gemächlich angehen weil der Nebel den Flugplatz absehbar bis sicher um die Mittagszeit noch fest im Griff hielt.

Entschleunigung pur… Volk am Startplatz wie kaum an einem anderen Flugtag dazu die vielen Kinder am Spielen und Süssigkeiten schlecken. Ein Spruch hier, eine gute Story von einer früheren ZLK da und immer wieder der Blick zum Himmel ob denn doch nicht der erste Pilot mal nachschauen könnte ob der Nebel eben doch nicht mehr so tief liegt wie es ausschaut.

Los geht’s – 1. Durchgang

Immerhin noch vor 13:00 Uhr ging es dann los, Michi legte mit dem Aufsetzen (des Heckrades) 14m nach der markierten Sägemehllinie vor … das konnte für ihn aufgehen: wohl weder Erster noch Letzter und wahrscheinlich auch nicht 13 … und seine Frau die fliegt ja nicht.

Als Nummer 9 war dann Christine am Start und sie sorgte mit einer Landung bei 4 Metern für eine Leistung die im ersten Durchgang nicht mehr unterboten wurde. Es gab gleich acht Piloten die unter 10 Punkten (was ja den Metern hinter der Ziellinie entspricht) blieben … korrekterweise sollte ich schreiben: 6 Piloten und 2 Pilotinnen, weil neben Christine landete eben auch Petra «bemerkenswert» gut (9 Punkte/Meter).

Aufgrund des verzögerten Starts des Wettbewerbs und der vielen Teilnehmer war dann klar, dass nur noch die ersten Zehn des ersten Durchganges zu einem zweiten Flug antreten konnten.

2. Durchgang – die Entscheidung

Weil ich mich auf dem Flugplatz gerne den anderen anpasse und es an der ZLK speziell dazu gehört alle möglichen Sprüche zu klopfen liess ich mich schon mal dazu hinreissen dem 13. des ersten Durchganges spöttisch zu gratulieren und zu versprechen, dass ich höchstens noch den Bericht schreiben würde wenn Petra gewinnen würde, was ja doch nicht wirklich wahrscheinlich zu sein schien (Erfahrung setzt sich durch, blindes Huhn findet mal ein Korn aber kaum gleich zwei, Gesetz der grossen Zahl und überhaupt da könnte ja jede kommen…).

Nun gut  – es kam wie es kommen musste. Mit einer Landung dessen Videobeweis selbst den amtierenden Weltmeister im Segelkunstflug einen Laut der Anerkennung entlockte liess sich Petra gerade mal 2 weitere Punkte aufschreiben was zu einem Total von 11 Punkten führte.

Die, für SG Cumulus Verhältnisse, «Sensation», dass zum ersten Mal eine Frau die ZLK gewinnen könnte, lag in der Luft. Sie wurde sogar vor dem letzten Flug Gewissheit nachdem auch Roger und Sandro nochmals saugut aber eben nicht perfekt landeten und es nur noch offen war ob Christine oder Petra gewinnen würde.

And the winner is…

Das aufgewirbelte Sägemehl machte dann klar, dass das Heckrad bei Christine’s Landung knapp vor der Linie den Boden berührte und sie mit 100 Strafpunkten gewertet wird. Petra stand als Siegerin fest.

Apropos Heckrad und Boden berühren … das ist beim Pflügen einer Sägemehllinie natürlich sehr gut sichtbar … bei einer ordentlichen Landung mit naja tendenziell etwas flachem Anstellwinkel irgendwo 30 – 50 Metern nach der Ziellinie ist das schon deutlich schwieriger und weil halt die Jury auch nur aus Cumulüsslern besteht, die dann auf den Stühlen sitzend schätzen wo ich aus dem Flugzeug stieg und sich dabei gleichzeitig das Heck definitiv auf den Boden senkte – aber wen interessiert das nun noch.

Gegen Petra konnte an dieser ZLK eh niemand gewinnen.

Erster wurde ich irgendwie trotzdem. Zumindest trägt der Wanderpokal nun auch meinen (Familien-) Namen und Teil des «OK’s» im nächsten Jahr werde ich zwangsläufig.

Dass ich Letzter wurde bleibt etwas sonderbar, aber ich bin zuversichtlich, nächstes Jahr mehr Einfluss auf die Jury nehmen zu können und eventuell sogar in mein fliegerisches Können.

… und einen Bericht von einem solch unterhaltsamen Anlass zu schreiben ist dann auch gar nicht so schwierig.

Gradenecker takes it all!

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