Ausbildung

Streckenflug Training I

Die interne Weiterbildung im Streckenflug war ein voller Erfolg und von vielen persönlichen Lernergebnissen gekrönt.

Obwohl die Einladung für das Streckenflug-Training nur ein Tag zuvor versandt wurde und die Wetterprognosen sehr bescheiden waren, fanden sich doch neun Piloten zum verregneten Briefing um 10:00 ein – es sollte also trotzdem geflogen werden. Dass sich unerfahrene und erfahrene Piloten angemeldet haben, zeigt, dass einerseits das Interesse an einer Weiterbildung nach dem Brevet vorhanden ist und andererseits auch angesammeltes Wissen und Erfahrungen im Streckenflug gerne weitergegeben wird.

Ein Grid, wie es sich gehört.

Etwas mehr hatte ich vom Wetter am Samstag schon erwartet. Die Kaltfront ist doch etwas weniger schnell von Nordwest über uns gezogen, als ich dachte. Doch so ungelegen kam das gar nicht, denn so konnten wir in aller Ruhe verschiedenste Aspekte vom Streckenflug besprechen. Von der Thermikprognose, zur Luftraumstruktur um Zürich, über die Ernährung im Flugzeug, bis zur Essenz der Aussenlandung und vielem mehr. Auch konnte gleich zusammen das Aufgeben von Flugplänen geübt werden – auch wenn wir am 16. Juli glücklicherweise davon erlöst werden.

Schön war auch der Austausch zwischen den Teilnehmern, sodass ich mehr als Moderator statt «Erzähler» fungieren musste. Das Wetter drängte noch nicht, somit blieb genügend Zeit, um Spaghetti zu Mittag zu kochen und die Flugzeuge zu montieren und flugbereit zu machen. Ich checkte derweil die Webcams im Westen ab, auf welchen bereits Sonne zu erkennen war. Ich entschied mich für eine Aufgabe mit den Wendepunkten Blumberg und Klippeneck mit je einem Radius von 15 Kilometern. Die Aufgabe wurde mit SeeYou in einer .cub Datei abgespeichert und den Teilnehmern per USB-Stick verteilt.

Immer die Laune behalten…

Gestärkt vom Mittagessen zogen wir die Flugzeuge an den Startplatz. Um drei Uhr hatten wir schliesslich einen fast perfekten Grid, der an einen Wettbewerb mit etwas zu wenigen Teilnehmern erinnerte. Das Wetter sah nun wieder etwas schlechter aus, der Himmel zu 8/8 bedeckt. Dani im Romeo-Echo und ich mit Regula im Zwei-Charlie versuchten es mit einem Windenstart trotz einiger Regentropfen – ohne Erfolg.

Gegen den Willen eines Piloten verschoben wir uns zurück zum Clubhaus für Kaffee und Kuchen. Und dann, tatsächlich, wieder ein paar Sonnenstrahlen und etwas blauer Himmel! Also schnell zurück ins Cockpit und los! Dani war als Erster doch etwas zu früh dran. Hinter dem Zwicky-Silo konnten Regula und ich sowie die folgenden Piloten einen Aufwind auskurbeln, der uns bis an die Basis auf 1200 AMSL brachte – am Schluss mit über 2 m/s! Zu schnell schob der Wind Wolken über den Platz, sodass es für die letzten zwei Piloten wieder unmöglich war, sich etwas länger oben zu halten.

Die Aufgabe zu erfüllen war dann auch aussichtlos. Immerhin konnte ich mit Regula einen 69-minütigen «Aussenlandefeldersuchtrainingsflug» machen – dafür war die Basis ideal 😉. Untergrund, Windrichtung und Hindernisse der Felder wurden von Amlikon über Uesslingen bis nach Lommis ständig neu abgewogen. Schlussendlich waren alle rechtzeitig am Boden und die Flugzeuge hangariert, ohne verregnet zu werden.  

Na also – steigt doch !?

Viel zu debriefen gab es leider nicht, zu kurz waren die Flüge. Gar die Startlinie auf dem Seerücken war für die Meisten unerreichbar. Wir lernten aber, wie wenig Zeit die Sonne braucht, um bei labiler Luftschichtung gute Thermik auslösen zu können (weniger als 15 Minuten?) und wie es neben einem Schauer Luftmassen nach oben drückt und Aufwinde generieren kann.

Spannende, kontrastreiche Wetterlage

Vielen Dank an alle Teilnehmer, die mitgemacht haben – ob zum Lernen, Erfahrungen weitergeben oder einfach nur zum Spass haben. Ein Dank richtet sich auch an Philipp, welcher unter anderem dieses Training angeregt hat. Erfreulicher ist es umso mehr, dass Regula am Folgetag bei gutem Wetter sich über den See getraute und bis ans Klippeneck flog. Herzliche Gratulation dazu! Bestimmt gibt es eine weitere Ausführung – dann aber etwas weniger spontan 😊.

Jonas Langenegger

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