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Segelflug-WM Ostrów, Polen

In Ostrów, Polen, finden die Streckenflug-Weltmeisterschaften in den Klassen Club, Standard und 15-Meter statt. Jonas Langenegger fliegt in der Clubklasse mit seiner geliebten LS-4 mit.

Hier lest ihr den fortlaufend aktualisierten Bericht von Pascal Zollikofer. Die neusten Einträge sind oben, das Alte unten.
Offizielle Website: wgc2018.pl
Resultate und Aufgaben: www.soaringspot.com
Weitere Berichte auf der Verbandshomepage: https://segelflug.ch/wm-2018-ostrow/?lang=de
Instagramm: https://www.instagram.com/swissjuniorglidingteam/


10.07.18 Neutralisiert

Nach mehrmaligem Verschieben der Startbereitschaft wird der heutige Tag neutralisiert. Die bereits verregneten Flugzeuge werden von der Piste zu den Verzurrplätzen geholt.

Wenigstens wir sie vom Staub befreit

09.07.18 Wertungstag 2

Jonas schildert wie es ihm am zweiten Flug ergangen ist:

Da die Aufgabe nun mit 3.5h ausgeschrieben wurde, wollten wir früh abfliegen. Wir erwischten eine gute Linie, sodass wir die ersten zwei Schenkel relativ schnell mit ein paar Libellen zusammen abflogen. Die Steigwerte waren teils über 4m/s. Je länger der Flug andauerte, merkte ich nach jedem Vorflug wie ich gegenüber Simon über 50m Höhendifferenz verlor und beim Kreisen wieder erkämpfen musste. Wir gehen davon aus, dass die vielen Mücken, und mein geringeres Gewicht hier mitspielt. Leider kam ich nach einem langen Vorflug bei einem Aufwind deutlich tiefer an. Simon konnte schnell wegsteigen, wobei ich nur 1.5m auskurbeln konnte. In der Hoffnung, einen stärkeren Aufwind zu finden, flog ich mit den anderen weiter – aber rund 500 m tiefer. Simon konnte schon in den Endanflug gehen. Ich entschied mich aber, noch etwas weiter den Kreis auszufliegen um den Schnitt auszubessern. Schlecht war der Entscheid nicht unbedingt. Aber gut war zu erkennen, wie die Thermik nach oben massiv an Stärke zunahm: auf 1200 m hatte ich noch 1.5 m/s stiegen, ab 1600 m bereits 3.5… das war leider das Band unter welches ich nicht hätte fallen dürfen. Das ergab am Schluss einen Schnitt von „nur“ 97km/h und für Simon immerhin 101. Obwohl wir das Gefühl hatten schnell unterwegs zu sein, landeten wir dieses Mal auf dem hinteren Ende der Rangliste. Die Jungs hier fliegen wirklich saumässig gut. Einfach keinen Vergleich zu einer Schweizermeisterschaft. Aber man lernt hier dafür umso mehr. Das nächste Mal müssen wir mal versuchen den Franzosen nachzufliegen, welche sehr erfolgreich ebenfalls mit 2 LS4 im Team fliegen. Auch in den anderen Klassen haben sie die Nase vorne. Anders hat man als „Anfänger“ keine Chance, und lernen tut man mit Nachfliegen eben auch einiges…

Nach dem Flug haben wir noch genügend Zeit bis zum Nachtessen und montieren die Mückenputzer an Jonas’s LS-4 welche viel zu (!) spät geliefert wurden. Wir werden mal sehen ob sich einen Unterschied feststellen lässt bei den nächsten Flügen…

08.07.18 Wertungstag 1

Die WM beginnt für die Clubklasse mit einer AAT- Aufgabe mit drei Wendepunkten. Die Startlinie wird um ca. 12:00 Uhr geöffnet. Die ersten drei  Flugzeuge landen um 15:00 Uhr. Jonas, Simon und die anderen Schweizer werden um ca. 16:00 Uhr erwartet.

Fast 100 Schlepps pro Stunde erlauben solche Perspektiven

Jetzt sind alle gelandet. Simon und Jonas sind etwa im Mittelfeld der Rangliste.

Hänger und Verzurrplätze der fast 140 Flugzeuge aus der Luft
(Mit Schweizerzelt in der Mitte)

Jonas schildert hier seinen ersten Flug an einer Streckenflug-Weltmeisterschaft:

Da die Club Klasse als erste startete und die Aufgabenzeit nur 2.5h war, wurde entsprechend lange vor der Startlinie gewartet. Eigentlich wollte Simon und ich schon lange losfliegen – aber niemand aus dem Pulk wollte den ersten Schritt wagen. Wir setzten uns die Deadline um halb 2, und flogen dann auch los. Der Start misslang zwar etwas. Wir mussten im Sinken über die Linie und ich flog mit mehr als 150km/h drüber. Also noch ein Anlauf – Simon bewusst hinter mir, da er eine höheren Index hat. (Allerdings mussten wir am Boden feststellen, dass es keine maximale Abfluggschwindigkeit gibt…). Der erste Schenkel ging praktisch ohne Kreisen, wenn dann nur in über 3 m/s. Beim zweiten mussten wir gegen den Wind ankämpfen mit etwas tieferem Schnitt. Für den Rest konnten wir uns einem Pulk anhängen, und den letzten Schenkel nochmals unter einer Wolkenstrasse abgleiten. Wir waren zufrieden mit unserem Flug. Einen Schnitt mit etwas über 100 km/h versprach uns einen Platz im Mittelfeld.
Wir stellen fest, dass unser Index-Unterschied fast vernachlässigbar ist und unseren Teamflug nicht gefährden sollte 🙂

07.07.18 Eröffnungstag

Heute geht keiner von uns in die Luft. Aber leider haben wir um 10:00 Uhr ein Briefing auf dem Flugplatz, sonst könnten wir jetzt mal richtig ausschlafen. Die neue Diana 3 wurde vorgestellt, aber dieses Briefing war unnötig, denn alles wurde schon die letzten Tage immer wiederholt. Die bestellten Kleider der WM können nach dem Briefing im Büro abgeholt werden.

Stadtbummel in Kalisz

Um den Mittag herum bekommen wir offiziell Freizeit von Urs, dem Teamcaptain. Jonas und ich gehen mit Simon und Sarah nach Kalisz, einer kleinen Stadt in der Nähe, wo wir bei einem kleinen Italiener Mittagessen. Auf dem Rückweg holen wir uns noch ein Eis und gehen dann kurz auf die Zimmer, um uns für die Eröffnungszeremonie vorzubereiten.

Auf dem Weg zur Eröffnungszeremonie

Wir gehen eine einfache Strasse entlang, alle teilnehmenden Nationen hintereinander, begleitet von einem Orchester. Auf dem Platz gleich vor unserem Hotel ist ein Podest aufgebaut, um das sich alle, schön geordnet, sammeln. Die Reden der Veranstalter und Organisatoren dauern etwa 45 Minuten. Danach geht es zum Essen an einen Weiher, etwas ausserhalb des Orts.

Das Schweizer Team mit Helfer und Helferinnen & Fotograf Sarah

06.07.18 Offizieller Trainingstag 3

Da das Wetter heute nicht allzugut vorhergesagt wird, fliegen nicht alle aus dem Schweizer Team. Ich gehe mit Tizian und Sophie die Polos für die Eröffnungszeremonie abholen, mir gefallen Sie.  Nachdem Jonas gelandet ist, wird der Flieger für die zweite Wägung vorbereitet. Das zusätzliche Gewicht wird von der Wettbewerbsleitung nicht akzeptiert, da im AFM nirgends steht, dass das Gewicht in der Sitzschale vergrössert werden kann. Verboten ist dies allerdings im Handbuch auch nicht. Jetzt könnte der Teamflug von Jonas und Simon schwieriger werden, denn Jonas hat jetzt einen etwas besseren Index. Mal schauen, was das in den Wertungen ausmacht.

Hänger und Verzurrplätze der fast 140 Flugzeuge
(Mit Schweizerzelt in der Mitte)

05.07.18 Offizieller Trainingstag 2

Während die einen noch schlafen, läutet bei Jonas und mir der Wecker schon um 07:00 Uhr, wir wollen den Park/Spielplatz neben unserem Hotel erkunden – mit mehr oder weniger Morgensport ;).

Morgensport 🙂

Das Wetter ist heute fliegbar. Jonas und Simon beenden die ausgeschriebene Aufgabe gut, obwohl gegen Abend Regenschauer am Flugplatz vorbei ziehen. Nico und Mike haben beim Zurückfliegen leider Regenschauer im Weg. Wir können sie nicht um diese herumlotsen, weil die Satellitenbilder nicht so fein aufgelöst sind. Die Aussenlandungen verlaufen fast problemlos. Hier ist ein Zeitungsbericht erschienen.

Aussenladung mit Unterstützung der Feuerwehr 😉
Gut ist der Kommandant auch Segelflugpilot…

04.07.18 Offizieller Trainingstag 1

Hier ist es sehr trocken, da es länger kaum geregnet hatte, die Flugzeuge sind deshalb immer sehr staubig. An diesem Morgen putzen wir zuerst die Flügel und den Rumpf, der Lappen ist danach beinahe schwarz . Als wir die Flieger ins Grid stellen, ist jedoch schon wieder eine Staubschicht drauf. Morgen werden wir die LS-4 erst kurz vor dem Start putzen. Die ausgeschriebenen Aufgaben sind OK für das prognostizierte Wetter.

Bereit für den Teamflug 🙂

Zuerst wird die Club-, gefolgt von der Standard- und zum Schluss die 15-Meter-Klasse geschleppt. Für die letzten beiden Klassen reicht die Zeit zum Teil nicht mehr, um die Aufgabe zu erledigen, da immer noch nur 3 Schlepper in Betrieb sind. Jonas und Simon fliegen zusammen die Aufgabe und kommen gleichzeitig mit vielen anderen Fliegern zurück. Jetzt putzen wir noch die Flieger und fixieren sie für die Nacht.

 

03.07.18 Inoffizieller Trainingstag 2

Nach dem Morgenessen im Hotel haben wir die Flieger aufgebaut. Jonas und Simon hatten Glück bei der Aufstellung und konnten ziemlich am Anfang starten, die Letzten wurden erst ca. 4h später geschleppt weil nur 2 bis 4 Schleppflieger im Einsatz waren.

Teamzelt von innen. Hier agiert das fleissige Helferteam!

Jonas hatte den Termin auf der Wage mit seinem Flugzeug kurz vor 17:00 Uhr, leider war er viel leichter als Simon. Da die Beiden miteinander im Teamflug einen gleichen Index wollten, wurde nach einem Hin und Her beschlossen, Jonas‘ Flieger 20 kg schwerer zu machen und am Freitag nochmals auf die Waage zu gehen. Der Abend endete mit einem guten Essen, welches aufgrund der kleinen Küche sehr lange dauerte.

Erster inoffizieller Trainingsflug. Basis bis 2300m (Grund: 150m). Steigwerte phänomenal.

02.07.18 Inoffizieller Trainingstag

Gegen 10:00 Uhr begaben wir uns zum Flugplatz und hörten dem Briefing zu. Nach dem Briefing begannen wir mit dem Einrichten unseres Bereiches.  Jetzt sieht es hier ganz gut aus und es hat Platz für alles. Geflogen wurde gestern nicht im Schweizer Team. Wir gingen am Nachmittag einkaufen und Jonas und Tizian flogen noch etwas mit den Modellflugzeugen bis wir Essen gingen.

Schweizer Homebase – nicht zu verwechseln 🙂
(Man beachte die Antenne für den Boden-Luft-Kontakt)

 

Alternativprogramm

01.07.18 Anreise

Am Samstagabend bereiteten wir die LS-4 WG vor und packten alles. Gestern Morgen trafen wir uns dann mit Simon von Winterthur, um miteinander Richtung Osten zu fahren. Leider haben die Tankstellen in der Umgebung am Sonntag erst ab 08:00 Uhr offen  und so konnten wir in Kürze keinen CH-Kleber mehr finden. Eine Alternative war aber schnell gefunden.

 

Bereit für das Abenteuer in Polen!

 

Man muss sich zu helfen wissen 😉

Jonas, Simon und ich fuhren je ein Drittel der Strecke und um ca. 21:00 Uhr stellten wir die beiden Flugzeuge auf dem Flugplatz ab. Wir assen mit unseren Teamkollegen in der Stadt noch Znacht und bezogen dann unsere Zimmer.

Abendstimmung bei der Ankunft nach der 12-Stunden-Fahrt…

Pascal Zollikofer

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