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BFK Kunstflug, Thun

Mitte August fand in Thun eine Schulungswoche für den Kunstflug statt. Von der SG Cumulus waren wir zu zweit an diesem Kurs. Wir schlossen die Woche erfolgreich ab, mit einem Eintrag für Kunstflug in unserem Flugbuch.

 

Anreise

Silvan und ich machten uns zu zweit auf den Weg nach Thun, wobei wir den Fox von Amlikon mitnahmen. Vor dem Briefing am Sonntag Abend bezogen wir noch unser Schlafquartier in einem Bauernhof. Nach einigen Versuchen, mit dem Auto auf dem Flugplatz zu „landen“, trafen wir schliesslich die richtige Strasse und parkierten den Fox. Wir wurden herzlich begrüsst. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erklärte uns Manfred Echter die Figuren, die wir während der Woche üben würden. Nach dem Montieren begaben wir uns gemeinsam zu einer Pizzeria ausserhalb der Stadt und genossen den warmen Abend. Silvan und ich zogen uns dann zurück zu unserem Bauernhof bei Uetendorf. Diese Bed and Breakfast Gelegenheit hat ein super Preis-Leistungs Verhältnis und ist unbedingt weiterzuempfehlen falls man da in der Nähe mal etwas Einfaches sucht.

Startaufstellung mit der ASK-21

 

Tagesablauf

Um jeweils 0730 trafen wir uns auf dem Flugplatz und räumten die Flugzeuge aus. Wir benutzten 2 ASK-21, den Fox und die SZD59 der SAGA. Eingeteilt waren wir in 3er Grüppchen bei einem Fluglehrer. Aufgaben wie Bericht schreiben, Meteobriefing halten, Startliste führen und Sicherheitsbriefing halten, wurde unter den Teilnehmern verteilt. Nach dem Fliegen während dem Morgen, assen wir. Die Beiz ist gleich beim Flugplatz und recht gut, wobei ich von Tag zu Tag grösseren Hunger bekam oder allenfalls die Portionen immer kleiner wurden??? Ich weiss es nicht genau. Nach 1800 durfte nicht mehr geschleppt werden und so wurden die Flieger über die Panzerpisten vor den Hangar gerollt und geputzt. Als alles verräumt war trafen wir uns wieder bei der Beiz zum Debriefing.

Die Gewitter türmen sich auf und die Kunstflugsegelflugzeuge warten darauf, geflogen zu werden

 

Fliegen

Geflogen wurde hauptsächlich mit den beiden ASKs. Zu Beginn jedes Fluges machten wir ein kurzes Briefing und schleppten dann in eine der beiden Kunstflugboxen. Dabei konnten wir die Schönheit der Umgebung geniessen. Der Thunersee, die Aussicht auf die Alpen, das Mittelland und den Napf. Wir lernten die Checks auszuführen, die zusätzlich vor einem Kunstflug zu machen sind. Die beiden Kunstflugboxen lagen gleich ausgerichtet. Die Hauptachsen waren gut auszumachen mit der Pistenachse und der Aare, in deren Verlängerung die gut sichtbare Stadt Bern und der See zu sehen war.

Gleich beim ersten Flug wurden wir auf den Rücken gedreht und wir konnten die Steuerbewegungen mitfühlen. Wieder in Normalfluglage wurde ein Looping geflogen und ein Reversement gezeigt. Mit diesen 3 Figuren konnten wir jetzt üben. Den Loop konnten alle relativ schnell, bei den Reversements war die Sache etwas kniffliger. Es tauchten nach und nach Fragen auf wie: „Wann muss man wohin schauen?“, „Wie lange kann ich gerade hinauf Fliegen bevor ich Seitenruder geben sollte?“ oder „Wieviel muss ich den Flügel ablegen, damit ich sicher rum komme?“ Mit mehr Flügen wurden die Fragen weniger und die Figuren sicherer, wobei es zwischendurch auch Figuren gab die „verreckten“. Später kombinierten wir diese zu neuen Figuren wie Kubanische Acht, Retournement, Immelmann, usw.

Jede Gruppe wurde einen Tag beim Fox eingeteilt. Damit wurde hauptsächlich das korrekte Ein- und Ausleiten einer Vrille geübt. Da wir nie mehr als 500m vrillierten gab es noch genug Höhe um die anderen Figuren in einem „richtigen“ Segelkunstflugzeug zu üben, das machte richtig Spass!

Rückenflug mit dem Fox

 

Die SZD59 ist startbereit

 

Programme und SZD59

Mit der Zeit wurde uns aufgetragen ein Kunstflugprogramm zu erstellen mit den bekannten Figuren. Da jeder eine andere Reihenfolge und zum Teil auch andere Figuren aufzeichnete, gab es viele verschiedene Programme, die jeder selbst fliegen konnte. Nachdem mein Fluglehrer am Boden zufrieden mit meinem Programm war ging es in die Luft. Nach 3 Flügen klappte die richtige Aneinanderreihung der Figuren auch in der ASK.

Die, die wollten, konnten nach einem ok. des Fluglehrers auf die SZD59 umschulen. Da man sich praktisch in einer liegenden Position befindet ist die Sicht nach vorne am Boden und im Schlepp durch das Instrumentenbrett eingeschränkt. Durch gut dosierte Steuerbewegungen beim Start kann man gut abheben und hinter den Schlepper herfliegen. Beim Kunstflug ist sie etwa gleich wendig wie der Fox und und rollt auch so schnell. Auch hat sie ein Einziehfahrwerk, welches aber etwas mühsam zu bedienen ist. Beim ersten Flug vergass ich prompt, dieses einzufahren, konnte aber dennoch einige Figuren fliegen, die auch klappten. Bei den beiden anderen Einweisungsflügen flog ich nochmals mein selbst erstelltes Programm.

Mein erstes Kunstflugprogramm

 

Wetter

Wir wurden die ganze Woche nie wirklich vom Wetter eingeschränkt, zum Teil sah es aber danach aus. Es war immer heiss und schwül. In den Alpen und im Jura sah man jeden Tag Gewitter aufschiessen, einige streiften uns auch leicht aber nie so, dass wir uns anders hätten anders anziehen müssen. Am Freitag Vormittag waren die Wolken zu tief um zu fliegen, dies störte uns nicht, da wir sowieso noch etwas Theorie benötigten.

Die Panzerpiste ist im Betrieb

 

Abschluss

Am Abend des letzten Tages gab es ein Wochen-Debriefing.

Der Flugplatz hat uns viel Freiraum gelassen und wir mussten uns selten einschränken, dadurch konnten alle mindestens 15 Flüge machen und die meisten erhielten dann auch den Eintrag ins Flugbuch. Danken möchte ich auch den Fluglehrern, die manchmal auch mit sehr viel Geduld ihre Gedanken ruhig rüberbringen konnten.

Abschliessend kann man sagen, dass es eine erfolgreiche, wenn auch sehr teure Woche war. In Schänis wären die gleichen 15 Flüge etwas weniger teuer gewesen, obwohl wir hier die beiden Flugzeuge der SAGA gratis zur Verfügung hatten. Ich konnte dennoch zufrieden nach Amlikon zurückfahren, wieder mit dem Fox am Haken.

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